Wenn man wie ich der Bibel glaubt, erwartet man ja nicht, dass auf dieser Welt ein echter, anhaltender Friede zu schaffen ist. Das klingt dann leicht so, als ob es sich gar nicht lohnt für ein Leben in mehr Frieden einzusetzten. Manchmal bin ich da schon etwas hin- und hergerissen.
Nun lese ich gerade die letzten Seiten des Jahreslesebuches von Henri J.M.Nouwen, wo es für den heutigen 13.12 um die Vision vom Reich des großen, ewigen Friedens geht und wie er Auswirkungen auf unser jetziges Leben haben kann. Er schreibt:
"Die Vision fordert uns heraus, statt wirklichkeitsfern in den Tag hineinzuträumen, all das schon vorwegzunehmen, was sie verheißt. Jedesmal, wenn wir unserem Nächsten vergeben, jedesmal, wenn wir ein Kind zum Lächeln bringen, jedesmal, wenn wir einem Leidenenden Mit-Leid erweisen, jedesmal, wen wir einen Blumenstrauß binden, ein Tier schützen, Verschmutzung vermeiden, unser Haus schmücken und unseren Garten pflegen, uns für den Frieden und Gerechtigkeit unter den Menschen und Völkern einsetzen, lassen wir diese Vision ein Stückchen Wirklichkeit werden."
Und ich denke mir immer öfter, wie viel weniger wichtig oder konkret Fragen des Friedens und Unfriedens für uns im hier relativ friedlichen Deutschland sind, als dort wo Frieden und Gerechtigkeit Mangelware sind.
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